C.J. Tudor: Lieblingskind (Hörbuch)

Echt jetzt? Schon während das Hörbuch lief, habe ich mich gefragt, warum dieses Buch eigentlich derart gehypt wurde?

Doch zuerst die Geschichte in Kurzform:
Protagonist (so blass, dass Name vergessen) kehrt aus recht eigennützigen Gründen an seinen Heimatort zurück, an dem in seiner Kindheit seine kleine Schwester Annie verschwand und unter mysteriösen Umständen wesensverändert zurückkehrte. Während seines Aufenthaltes kommen in Rückblenden und neuen Erkenntnissen nach und nach Details und die schreckliche Geschichte zutage, die zu Annies Verschwinden, Wiederkehr und Tod geführt haben.

In Anbetracht des Klappentextes habe ich eine mysteriöse Geschichte erwartet, die eine realistische oder fantastische Auflösung hätte haben können. Leider gab es nichts von beidem. Die durch den Klappentext bei mir erzeugten Erwartungen blieben unerfüllt.
Viele Fragen blieben unbeantwortet. Zum Beispiel, abgesehen davon, dass die kleine Schwester gern außerhalb des Badezimmers gepinkelt hat, was war so schlimm an den Wiedergängern? Und warum hat am Anfang des Buches eine Mutter das Wiedergänger-Kind umgebracht? Darauf ist der Autor überhaupt nicht zurückgekommen.
Das Verschwinden von Annie bzw. die Sache mit den Wiedergängern wird bis zum Schluss nicht aufgeklärt und bleibt mehr Neben- als Haupthandlung. Apropos Hauptstrang: Ich kann bis jetzt nicht sagen, was genau der rote Faden der Geschichte war. Sorry.
Für mich konnte sich der Autor nicht entscheiden: Konzentriert er sich nun auf die aktuellen finsteren Machenschaften, denen der Protagonist ausgesetzt ist, oder auf seine Vergangenheit, die ihn bis in die Zukunft verfolgt? Tudor packt zuviel in sein Buch, alles wird angerissen und nichts richtig zu Ende geführt. Am Buchende habe ich mich ernsthaft gefragt, worum es darin nun eigentlich hauptsächlich ging.

Fazit:
Die bereits bekannte Grundidee Wiedergänger (man denke nur an »Friedhof der Kuscheltiere« von Stephen King) läuft total unoriginell ins Leere. Das Buch hat seinen Platz auf den zentralen Büchertischen im Buchhandel meiner Meinung nach nicht verdient. Lieber ein anderes Buch vom Autor lesen oder hören, z.B. »Der Kreidemann«.

1 von 5 Screamies
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